Frauen 2
Unbekleidete Frauenfüße haben es Quentin Tarantino wohl angetan. Überall strecken Damen ihre zierlichen Stelzen in den Himmel, bevorzugt aus Autofenstern, sonst auch gerne überall anders. Die bei Pulp fiction viel diskutierte sinnliche Fußmassage scheint Tarantino ein besonders wichtiges Anliegen zu sein. Spannenderweise geht es bei Death proof nicht nur um Füße oder sonstige weibliche Geschlechtsmerkmale; die Damen dürfen autofahren, saufen, rauchen und vor allem reden, wovon sie ausgiebigen Gebrauch machen. Auch wenn es Christa Nord (taz) bereits angedeutet hatte, mich hat die genderdiskursive Ebene, die im Prinzip den ganzen Film dominiert zumindest überrascht. Die Handlung lässt sich wiederum in so wenigen Worten dramaturgisch relativ verlustlos zusammenfassen, dass es schwierig wird davon zu berichten, ohne den ganzen Film, inklusive Ende, vorwegzunehmen.
Der andere Spielplatz, auf dem sich Tarantino gleichzeitig verlustiert, ist das amerikanische Grindhouse-Kino, das dem Film in Amerika zumindest auch den Obertitel verlieh¹. Künstlich schlechter Sound, Bildsprünge, unfreiwillige Jump Cuts – die Welt billiger Actionfilme erobert Hollywood oder auch umgekehrt. Zweifelsohne ist das vermutlich das Element, das den nicht kinogeschulten Zuschauer mit einem großen Fragezeichen im Kino zurück lässt. Ohne Film-Geek gewinnt man dem absichtlich dreckigen Geflimmere auf der Leinwand wohl kaum etwas ab. Während andere Regisseure wie Michael Mann mit körniger Videokamera-Ästhetik herumexperimentieren, sind die Zeiten der trashigen Celluloid-Orgien komplett aus dem Gedächtnis des Mainstream verschwunden.
Ob man nun Death proof vollends zum Party-Film abstempelt wie Sibylle Berg (Zeit) sei jedem selbst überlassen. Obwohl das Schema des selbstreflexiven Kinos wie bei Kill Bill mit seiner Homage an Eastern und Kung-Fu-Filme erhalten wurde, darf man sich auf jeden Fall auf ein abwechslungsreiches Erlebnis freuen. Trotz aller Coolness und Verspieltheit kommt auch Death proof nicht ohne Schauwerte aus. Ein makaberer Autounfall, ein Lapdance² und eine nicht enden wollende Verfolgungsjagd. Vermutlich eine magere Ausbeute für erprobte Kinogänger, also kein Wunder, dass die Zuschauer ausbleiben. Die längere Fassung für den europäischen Markt macht es übrigens nicht besser, im Gegenteil hätten ein paar Minuten weniger auch nicht geschadet, vor allem wenn man dafür die Trailer für fiktive Filme von Rob Zombie, Eli Roth und Edgar Wright zu sehen bekäme. Die ursprünglich angepeilten 60 Minuten strecken die hochstilisierte Inhaltsleere des Films schon genug, aller wohlgeformten Frauenfüße zum Trotz.
Post scriptum. Markus Kavka spricht mit Quentin Tarantino über seine Filme, Autos, Freundinnen und Schallplatten.
Der andere Spielplatz, auf dem sich Tarantino gleichzeitig verlustiert, ist das amerikanische Grindhouse-Kino, das dem Film in Amerika zumindest auch den Obertitel verlieh¹. Künstlich schlechter Sound, Bildsprünge, unfreiwillige Jump Cuts – die Welt billiger Actionfilme erobert Hollywood oder auch umgekehrt. Zweifelsohne ist das vermutlich das Element, das den nicht kinogeschulten Zuschauer mit einem großen Fragezeichen im Kino zurück lässt. Ohne Film-Geek gewinnt man dem absichtlich dreckigen Geflimmere auf der Leinwand wohl kaum etwas ab. Während andere Regisseure wie Michael Mann mit körniger Videokamera-Ästhetik herumexperimentieren, sind die Zeiten der trashigen Celluloid-Orgien komplett aus dem Gedächtnis des Mainstream verschwunden.
Ob man nun Death proof vollends zum Party-Film abstempelt wie Sibylle Berg (Zeit) sei jedem selbst überlassen. Obwohl das Schema des selbstreflexiven Kinos wie bei Kill Bill mit seiner Homage an Eastern und Kung-Fu-Filme erhalten wurde, darf man sich auf jeden Fall auf ein abwechslungsreiches Erlebnis freuen. Trotz aller Coolness und Verspieltheit kommt auch Death proof nicht ohne Schauwerte aus. Ein makaberer Autounfall, ein Lapdance² und eine nicht enden wollende Verfolgungsjagd. Vermutlich eine magere Ausbeute für erprobte Kinogänger, also kein Wunder, dass die Zuschauer ausbleiben. Die längere Fassung für den europäischen Markt macht es übrigens nicht besser, im Gegenteil hätten ein paar Minuten weniger auch nicht geschadet, vor allem wenn man dafür die Trailer für fiktive Filme von Rob Zombie, Eli Roth und Edgar Wright zu sehen bekäme. Die ursprünglich angepeilten 60 Minuten strecken die hochstilisierte Inhaltsleere des Films schon genug, aller wohlgeformten Frauenfüße zum Trotz.
Post scriptum. Markus Kavka spricht mit Quentin Tarantino über seine Filme, Autos, Freundinnen und Schallplatten.
1) Dort lief der Streifen zusammen mit "Planet of Terror" von Rodriguez als Double feature, wovon man nach schlechten Einspielergebnissen in Europa wieder absah.
2) Wobei ich unpassenderweise die ganze Zeit an "A lap dance is so much better when the stripper is crying" denken von der Bloodhound gang mußte.
2) Wobei ich unpassenderweise die ganze Zeit an "A lap dance is so much better when the stripper is crying" denken von der Bloodhound gang mußte.

lappentanz