Drei Stunden Schmerz
Nach der Lektüre des Wüstenplaneten von Frank Herbert gestern die sog. extended version von Lynchs Dune gesehen. Immerhin weiß ich jetzt: von der dreistündigen Fassung hätte man besser die Finger lassen sollen.
Obwohl ich bekanntermaßen eine Schwäche für 80er-Jahre-Scifi-Streifen kultiviere, tut die für das US-Fernsehen zusammengestellte Version stelllenweise körperlich weh. Man kann sich den Entstehungsprozess des Films nur so erklären:
Ein armer Cutter, wegen permanenten YouTube-Surfens im Büro zu inhumaner Strafarbeit eingeteilt, wurde dazu verdonnert das komplette Material des Originalfilms noch einmal durchzugehen und alle Einstellungen, die letztendlich keinen Eingang in den Film fanden, mindestens einmal einzubauen (kein Witz, es gibt mehrere Einstellungen, die mehrmals verwendet werden). Weil das Produkt dieser lustlosen Bemühungen so enorm seltsam anmutete und seit jeher von Seiten der Herbert-Community eine Verfilmung eingefordert wurde, die sich mehr am Roman orientiert, durfte der Verurteilte auch gleich noch einen zehnminütigen Prolog dazuschneiden, der ausschließlich aus abgefilmten Produktionsskizzen oder ähnlichem graphischen Material des Originalfilms besteht. Weil nun aber die Voice-Over-Erzählung nicht mehr in Einklang mit dem neu zusammengestellten Material war, mußte nun auch noch eine neue Erzählung eingebunden werden, die mit einem enorm kitschigen Shot auf das Cover des Dune-Taschenbuchs beginnt und damit etwa den Charm alter Disney-Filme für sich beansprucht. Der neue Erzähler gefiel dem unter Drogen stehenden Produzenten unerklärlicherweise so gut, dass diese auch gleich um eine Märchenonkel-Dimension erweitert wurde und fast jede Filmszene von der sonoren Stimme des Narrators gedoppelt wird. Kein Wunder, dass David Lynch sich aus den Credits streichen ließ.
Was sagt uns das, zusammengefasst in wenigen Worten? Achten Sie beim Kauf der DVD darauf, dass Sie die Original-Fassung erwerben. Falls Sie dennoch feststellen sollten, dass Ihre DVD die neue TV-Variante beinhaltet bringen Sie den Silberling unverzüglich zum Händler oder dem Bekannten zurück, der Ihnen dieses unsägliche Geschenk gemacht hat, und hauen Sie sie ihm um die Ohren. Er hat es in jedem Fall verdient.
Obwohl ich bekanntermaßen eine Schwäche für 80er-Jahre-Scifi-Streifen kultiviere, tut die für das US-Fernsehen zusammengestellte Version stelllenweise körperlich weh. Man kann sich den Entstehungsprozess des Films nur so erklären:
Ein armer Cutter, wegen permanenten YouTube-Surfens im Büro zu inhumaner Strafarbeit eingeteilt, wurde dazu verdonnert das komplette Material des Originalfilms noch einmal durchzugehen und alle Einstellungen, die letztendlich keinen Eingang in den Film fanden, mindestens einmal einzubauen (kein Witz, es gibt mehrere Einstellungen, die mehrmals verwendet werden). Weil das Produkt dieser lustlosen Bemühungen so enorm seltsam anmutete und seit jeher von Seiten der Herbert-Community eine Verfilmung eingefordert wurde, die sich mehr am Roman orientiert, durfte der Verurteilte auch gleich noch einen zehnminütigen Prolog dazuschneiden, der ausschließlich aus abgefilmten Produktionsskizzen oder ähnlichem graphischen Material des Originalfilms besteht. Weil nun aber die Voice-Over-Erzählung nicht mehr in Einklang mit dem neu zusammengestellten Material war, mußte nun auch noch eine neue Erzählung eingebunden werden, die mit einem enorm kitschigen Shot auf das Cover des Dune-Taschenbuchs beginnt und damit etwa den Charm alter Disney-Filme für sich beansprucht. Der neue Erzähler gefiel dem unter Drogen stehenden Produzenten unerklärlicherweise so gut, dass diese auch gleich um eine Märchenonkel-Dimension erweitert wurde und fast jede Filmszene von der sonoren Stimme des Narrators gedoppelt wird. Kein Wunder, dass David Lynch sich aus den Credits streichen ließ.
Was sagt uns das, zusammengefasst in wenigen Worten? Achten Sie beim Kauf der DVD darauf, dass Sie die Original-Fassung erwerben. Falls Sie dennoch feststellen sollten, dass Ihre DVD die neue TV-Variante beinhaltet bringen Sie den Silberling unverzüglich zum Händler oder dem Bekannten zurück, der Ihnen dieses unsägliche Geschenk gemacht hat, und hauen Sie sie ihm um die Ohren. Er hat es in jedem Fall verdient.

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